23.07.2025

Evolution oder Revolution: die zentrale Frage jeder Markenentwicklung

Jede Marke muss entscheiden, wie viel Ver­änderung sie braucht und wie viel sie verträgt.

Evolutionärer Ansatz: 
Bestehendes schärfen, erhalten und anpassen

Für Institutionen mit gewachsener Identität und hoher öffentlicher Sichtbarkeit.

  • Kontinuität für Öffentlichkeit und interne Akzeptanz
  • Behutsame Weiterentwicklung bestehender Gestaltungselemente
  • Fokus auf Optimierung (Typografie, Proportion, Systematik)
  • Hohe interne wie externe Akzeptanz
  • Veränderung oft subtil, aber langfristig wirksam

Beispiel
Der evolutionäre Ansatz zeigt sich etwa beim Re­design des FC Bayern München. Hier wurden Buchstaben­formen, Farben und Abstände behutsam justiert, ohne die gewachsene Identität zu brechen. Die Marke blieb sofort erkennbar, gewann aber an Klar­heit, Systematik und zeitg­emäßer Wirkung.

Fazit
Evolution ist besonders dann sinnvoll, wenn bereits Sub­stanz vorhanden ist. Sie eignet sich für Marken, die Ver­trauen bewahren und zugleich ihre Anwendung und Erscheinung langfristig zukunftsfähig machen wollen.


Revolutionärer Ansatz:
Neupositionierung, Neuanfang oder bewusster Bruch

Für Institutionen im Wandel, bei strategischer Neuausrichtung.

  • Vollständiger Neuentwurf von Zeichen, Sprache, System
  • Bruch mit dem Bestehenden
  • Irritation als strategisches Mittel
  • Hoher Kommunikationsbedarf, aber auch großes Aufmerksamkeitspotenzial
  • Risiko der Ablehnung, Chance auf starke Differenzierung

Beispiele
Ein bekanntes Bei­spiel für den revolutionären Ansatz ist Juventus Turin. Mit dem vollständigen Bruch des klassischen Wappens entschied sich der Verein bewusst für einen radikalen Neu­anfang. Die neue visuelle Sprache löste starke Reaktionen aus, sorgte aber zugleich für hohe Auf­merksamkeit und eine klare Neu­positionierung der Marke im internationalen Umfeld.

Fazit
Revolution ist dort sinnvoll, wo Klar­heit, Sicht­barkeit oder strategische Neu­ausrichtung wichtiger sind als Kontinuität. Sie birgt Risiken, eröffnet aber die Chance auf starke Differenzierung und einen klaren Schnitt mit der Ver­gangenheit.

Wie wir bei amatik entscheiden

Wir fragen nicht: Was sieht besser aus?
Sondern: Was ist notwendig? Strategisch, funktional, kulturell, kommunikativ.

Was für einen Land­tag oder eine Königin mutig ist, kann für Converse oder Apple nur eine leichte Evolution sein. Es kommt immer auf den Kontext an.

Deshalb analysieren wir präzise:

  • Identität und Selbstverständnis 
  • Kontext und Öffentlichkeit
  • Kanäle, Ziel­gruppen und Touchpoints
  • Tragweite der Veränderung 

Daraus entwickeln wir eine fundierte, passgenaue Empfehlung. Ob Evolution, Revolution oder ein bewusst gewählter Zwischen­weg. Denn Ver­änderung ist kein Selbstzweck.

Foto eines Prägestempels mit dem Motiv des Schleswig-Holsteinischen Wappens.

Praxisbericht

Das Landes­wappen Schleswig-Holsteins ist ein wichtiges hoheit­liches Symbol. Es steht für Geschichte, Autorität und Verlässlichkeit. Genau deshalb haben wir uns für eine behutsame, evolutionäre Weiter­entwicklung entschieden.

Vor der Umstellung war eine Vielzahl von Varianten im Umlauf. Viele davon wurden einfach vektorisiert oder wirkten hand­gemacht in der Anmutung. Unser Ziel war es, die formale Präzision zu stärken und den historischen Kern zu erhalten. Das Ergebnis: ein vertrautes, aber modern umgesetztes Wappen, das seinen Symbol­wert bewahrt und gestalterisch in der Gegenwart ankommt.

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